Weiterbildungsinhalte

A 1.1 und A 1.2 Grundlagen systemischer Beratung und Therapie - 34 UE

In zwei Grundlagenseminaren lernen sich die Teilnehmenden kennen, werden in die Weiterbildung eingeführt und für die folgenden Seminare „angewärmt“.

Zu diesem Zweck verbinden wir gruppendynamische Elemente mit ersten systemischen Impulsen und aktivieren bereits vorhandenes Wissen und die Motivation unserer Teilnehmenden zu einem Ressourcenpool.
Persönlichkeiten aus der Historie der System- und Familientherapie stellen sich in Wort und Bild vor, systemische Grundideen werden gemeinsam erarbeitet und es gibt einen „Überflug“ über die Landkarte der systemischen Therapie.
Die Teilnehmenden erproben sich in ersten systemischen Gesprächssequenzen.

  • Systemische Grundhaltungen in Theorie und Praxis: Ressourcenorientierung,Lösungsorientierung, Allparteilichkeit, Neutralität, Zirkularität
  • Reflexion der eigenen Berater-Persönlichkeit
  • Input zu Kommunikation (Paul Watzlawick, Virginia Satir)
  • Erstinterview
  • Informationen über weiterbildungsrelevanten Rahmenbedingungen

A 2.1 und A 2.2  Systemische Arbeitsweisen - 34 UE

Der Baustein Systemische Arbeitsweisen beinhaltet das Kennenlernen und Erproben systemischer Interventionen auf der Basis der sich entwickelnden systemisch-beraterischen Grundhaltung. Anknüpfend an den Möglichkeiten der Teilnehmernden erweitern diese auf der Grundlage fachlicher Quellen ihre beraterische Kompetenz.
Neue systemische Perspektiven auf die Beratungsarbeit ergänzen und ersetzen gewohnte Handlungsabläufe und laden zu kreativen Variationen und Angeboten ein.

  • Herstellen einer konstruktiven Beratungsbeziehung
  • Kontraktgestaltung: Anlass / Anliegen / Kontext > Kontrakt
  • Systemische Hypothesen
  • Systemische Fragen
  • Reflektierende Positionen: Selbstreflexion, Reflecting Team, Video

A 3.1 und A 3.2  Einführung in die Systemtheorie und –therapie - 34 UE

Ausgehend von den Wurzeln früher familientherapeutischer Modelle wird die Entwicklung der modernen System- und Familientherapie erfahrbar.
Die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie und des Konstruktivismus verdeutlichen dabei den Übergang von „beobachteten Systemen“ hin zu „beobachtenden Systemen“ (Kybernetik erster und zweiter Ordnung).
Die Seminare bieten den Teilnehmenden zusätzlich die Möglichkeit, gelernte Methoden auf die aktuelle Beratungspraxis anzuwenden.

  • Geschichte und Entwicklung der Familientherapie und moderner Systemischer Therapie
  • Einführung in Systemtheorie, Konstruktivismus, Sozialer Konstruktionismus
  • Familien- und Systemtherapeutische Modelle in Theorie und Praxis
  • Strategischer Ansatz, Strukturelle und Entwicklungsorientierte Familientherapie, Mailänder Modell
  • Lösungsorientierte Kurzzeittherapie, Dialogische Ansätze, Narrative Therapie, Hypnotherapie
  • Bezug zu eigenen sich entwickelnden Systemen (Arbeitskontext, Familie , etc.)

B 1.1 und B 1.2  Entwicklung und Krisen in Familien - 34 UE

Im Vordergrund steht der Umgang mit entwicklungsbedingten Wendezeiten im Kontext familiärer Entwicklungsprozesse sowie unvorhersehbarer Krisen in Familien. Die Teilnehmenden werden für die Herausforderungen in diesen Phasen sensibilisiert und lernen die Grundprinzipien systemischen Krisenmanagements auf der individuellen, interaktionellen und systemischen Ebene kennen.

Hierbei geht es um Entwicklungsprozesse in Familien (u.a. Übergang zur Elternschaft, pubertäre Ablösungskrisen, Herausforderungen in der Lebensmitte) sowie die Auseinandersetzung mit besonderen Familienkonstellationen wie etwa der Familienentwicklung nach Trennung / Scheidung, Tod, Migration oder schwerer Erkrankung.

In diesem Theorieseminar erarbeiten die Teilnehmenden passende systemische Unterstützungen für innerfamiliäre Entwicklungsprozesse und lernen auch die Herausforderungen und Chancen besonderer Familienkonstellationen wie neu zusammengesetzter Familien, Adoptiv- und Pflegefamilien, multikultureller Familien, Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren u.a. kennen.

  • Entwicklungsprozesse in Familien (u.a. Übergang zur Elternschaft, pubertäre Ablösungskrisen, Herausforderungen in der Lebensmitte)
  • Familienentwicklung nach Trennung / Scheidung
  • Merkmale besonderer Familienkonstellationen (u.a. Alleinerziehende, neu zusammengesetzte Familien, Adoptiv- und Pflegefamilien, multikulturelle Familien)
  • Grundlagen systemischen Krisenmanagements
  • Systemischer Umgang mit Verlusten wie Tod, Krankheit / Behinderung, u. a.

B 2.1 und B 2.2   Prozessverlauf einer systemischen Familienberatung/-therapie - 34 UE

Der „Prozessverlauf einer systemischen Familienberatung/-therapie“ dient der Vertiefung und Zusammenführung von theoretischen und praktischen Weiterbildungsinhalten zur Gestaltung eines strukturierten Beratungsprozesses.
Auf der Basis von Fällen aus der Praxis der Teilnehmenden werden Beratungsprozesse vom Anmeldekontext über die Kontraktentwicklung bis hin zum Abschluss durchgeführt. Die Arbeit mit Subsystemen, der Umgang mit Störungen und Abbruch werden in diesem Seminar behandelt. Auch das Arbeiten mit einer weiteren Fachkraft (Co-Beratung) sowie mit reflektierenden Positionen sind Inhalte dieses Seminars. Theoretische Inputs zu den Themen „Hypothesenbildung“ und „Kommunikation auf der Inhalts- bzw. Beziehungsebene“ runden dieses Seminar ab.

  • Systemerkennung
  • Kontraktentwicklung
  • Arbeit mit Subsystemen
  • Umgang mit Störungen und Abbruch
  • Co-Beratung
  • Reflecting Team / Metalog

B 3.1 und B 3.2 Beratung im Kontext   34 UE

Nach dem Motto „Nichts ist (geschieht) ohne Kontext“ lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer komplexe Systeme zu beobachten und zu analysieren sowie die Bedeutung von Netzwerken für die systemische Arbeit kennen. Im Mittelpunkt stehen entsprechende Beratungsansätze und –interventionen sowie der Umgang mit Veränderungen und Krisen und deren Bewältigung.  Hauptinhalte dieses Seminars sind

  • Analyse des eigenen Arbeitskontextes
  • Arbeit in und mit größeren Systemen
  • Supervision, Coaching
  • Zwangskontexte
  • Gender
  • Diversity /Kulturelle Vielfalt
  • Mobbing

Selbsterfahrung
Familienrekonstruktion - 112 UE

Zu einer wesentlichen Voraussetzung für die beraterische/therapeutische Qualifikation gehört es, die eigene Familiengeschichte zu kennen und sich mit der inneren Struktur der Herkunftsfamilie auseinandergesetzt zu haben.
Mit diesen Themen beschäftigen sich die Teilnehmenden im Rahmen von zwei Selbsterfahrungswochen, indem sie sich intensiv mit ihren eigenen familiengeschichtlichen Erfahrungen auseinandersetzen und nach neuen Perspektiven für ihre berufliche bzw. private Rolle suchen.
Das Gruppensetting bietet zudem die Chance, persönliche Ressourcen wiederzuentdecken bzw. bewusst zu machen sowie diese im Hinblick auf die (Weiter-)Entwicklung der Beratungspersönlichkeit zu nutzen.

  • Wissen um eigene Wurzeln, die eigene Rolle in der Familie, persönliche Ressourcen und Grenzen
  • Stärkung der Autonomie in dynamisch komplexen Prozessen
  • Arbeit mit Subsystemen
  • Umgang mit eigenen und fremden Aspekten
  • Handlungsfähigkeit und Selbstreflexivität

Lehrsupervision - mind. 100 UE

Die Lehrsupervision dient der fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung der Teilnehmenden auf ihrem Weg zu einem individuellen Profil als systemische Beraterinnen und Berater bzw. Therapeutinnen und Therapeuten. Sie bezieht sich dabei primär auf deren beruflichen und institutionellen Kontext.
Unser Institut versteht Supervision als wertgebundenes Beratungskonzept, das sich auf soziale Gerechtigkeit, Emanzipation, gegenseitigen Respekt und Wertschätzung gründet, sowie als geeigneten Ort für die Verzahnung von Theorie und Praxis.
Lehrsupervision wird im Rahmen der Weiterbildung als Reflexionsraum zur gemeinsamen Erörterung von Anliegen, Problemen oder Fragestellungen der Teilnehmenden angeboten.
Die Lehrenden geben Impulse zu einem ganzheitlichen und vertieften Verstehen, weisen ggf. auf Spiegelungs- und Übertragungsphänomene hin und tragen damit zur Erweiterung der Handlungsoptionen der Teilnehmenden für ihre beraterisch/therapeutische Praxis bei.
Die Teilnehmenden bringen ihre Themen und Anliegen in die Lehrsupervision ein. Im Laufe der Weiterbildung dient das Lehrsupervisionsangebot zudem als Raum zur Erbringung von Leistungsnachweisen.

Intervision - 80 UE

Die von den Teilnehmenden selbst organisierten Intervisionsgruppentreffen dienen der wechselseitigen kollegialen Beratung, der systemischen Arbeit mit Familien, Paaren, Einzelnen und/oder Systemen und der Begleitung individueller Prozesse der Weiterbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Intervisionstreffen dienen auch der Reflexion selbstgewählter Fachliteratur bzw. der Aufarbeitung von Theoriethemen.